Dietmar Golf
damit Kunden Dich gut finden

Zu ehrgeizige SEO-Ziele

Um Fehler Nummer 2 zu vermeiden, schreiben sich manche Unternehmen ambitionierte Ziele auf die Fahnen, wie etwa unter dem Begriff „tischlerei“ auf die erste Position zu kommen.

Beispiel:
    "tischlerei"
    ... wird etwa 27.100 mal im Monat gesucht

    "möbeltischlerei hamburg"
    ... wird etwa 480 mal im Monat gesucht

Die Nachfrage von „tischlerei“ ist sehr groß. Aber dieser allgemeine Begriff hat zwei große Nachteile:

1. Die Konkurrenz ist stärker. Sie konkurrieren hier mit Seiten wie Wikipedia, Bundesverbänden und sehr professionellen Agenturen. Man muss also viel dafür tun, um es unter einem solchen Begriff auf die erste Seite zu schaffen. Und wie wir noch sehen werden, geht bei der Suchmaschinenoptimierung nichts sofort, sondern dauert seine Zeit. Falls Sie sich also ein solches Ziel stecken, rechnen Sie nicht damit, dass Sie dieses Ziel noch vor Ihrem Renteneintritt erreichen werden.

2. Der zweite Nachteil eines solchen allgemeinen Begriffes ist, dass unklar ist, was derjenige bezweckt, der dieses Wort bei Google eingibt. Ist es ein Analphabet, der wissen will, wie das Wort geschrieben wird? Ist es ein Schüler, der ein Referat über das Handwerk halten soll? Ist es die Konkurrenz, die mal gucken will, wer sich da so alles bei Google tummelt?

Würden Sie „tischlerei“ bei Google eingeben, wenn Sie z.B. einen Tischler in Hamburg suchten, der Ihnen einen begehbaren Kleiderschrank tischlert?

Auch wenn ein Wort häufig nachgeschlagen wird, heißt es nicht, dass ein hohes Kundeninteresse, geschweige denn eine hohe Kaufkraft hinter dem Begriff seht. Im Gegenteil: Je weiter ein Interessent in seinem Entscheidungsprozess vorangeschritten ist, desto konkreter ist der Suchbegriff, den derjenige bei Google eingibt. Potentielle Kunden, die tatsächlich in diesem Moment einen Dienstleister suchen, der ein Problem löst, geben in der Regel konkrete Begriffe ein wie „möbeltischlerei hamburg“ oder „parkett verlegen darmstadt“.

Sehr allgemein gehaltene Begriffe sind selten gute Suchbegriffe für einen lokal tätigen Spezialisten. Hinter jedem eingegebenen Suchbegriff steht eine Absicht, ein bestimmtes Ziel. Hinterfragen Sie, bevor Sie sich auf bestimmte Suchbegriffe festlegen:

Suchabsicht

„Experte für alles“

Und warum kann Ihre Seite eigentlich nicht einfach bei allen möglichen Begriffen oben stehen? Nehmen Sie mal an, dass Suchmaschinen solche Seiten bevorzugen, bei denen der gesuchte Begriff etwa 3 % des gesamten Textes ausmacht. Kommt das Wort viel weniger als zu 3 % vor, geht die Suchmaschine davon aus, die Webseite hätte mit diesem Begriff nicht viel am Hut. Kommt der Begriff zu weit über 3 % vor, sieht das Ganze verdächtig manipuliert aus und wird von einem Abstrafungsfilter der Suchmaschine erfasst. Wenn ihr Webseitentext also beispielsweise 100 Wörter umfasst, müssten Sie jeden wichtigen Suchbegriff genau dreimal im Text vorkommen lassen. Machen Sie das mal für zehn verschiedene Suchbegriffe!

Sie sehen schon, dass das schwierig wird: Wollten Sie ein und denselben Text auf zehn verschiedene Begriffe optimieren, müsste jeder Begriff dreimal vorkommen. Dann würden die Suchbegriffe insgesamt 30 der 100 Wörter ausmachen. Fast jedes dritte Wort wäre einer der Suchbegriffe. Dieser Text wäre weder lesbar, noch grammatikalisch richtig, sondern würde jeden Seitenbesucher abschrecken.

Auch die Suchmaschinen würden Sie übrigens damit abschrecken, denn diese haben Filter, der Ihre Seite aus dem Index entfernen lässt, wenn der Text zu auffällig überoptimiert aussieht.

Der Vollständigkeit halber sei an dieser Stelle erwähnt: Die Prozentzahl von 3 % ist für das Rechenbeispiel frei gewählt, aber auch nicht ganz falsch. Die optimale Prozentzahl variiert, denn es kommt immer auf das Gesamtbild des Textes an, z.B. auch auf die Anzahl der sinnverwandten Begriffe, thematisch übergeordneten Begriffe und thematisch untergeordneten Begriffe. Mein Rat an dieser Stelle: Schreiben Sie Texte für Menschen, nicht für Maschinen. Und danach zählen Sie die Vorkommen der Suchbegriffe und bessern ein wenig nach - aber in einem Rahmen, der noch natürlich aussieht.

Keyword-Fazit

Nehmen Sie sich Zeit, die für Sie erfolgbringenden Keywords zu finden. Denn die falschen Begriffe zu optimieren kostet unnötig Geld. Außerdem wäre das so, wie bei einem Hundertmeterlauf in die falsche Richtung loszurennen und es trotz Gelächter des Publikums nicht zu merken.

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Sie lesen Inhalt aus dem Buch:

Suchmaschinenmarketing Buch
Dietmar B. Golf

Über Suchmaschinen gefunden werden

Suchmaschinenoptimierung und Suchmaschinenwerbung
ISBN 978-3-746789-93-4

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